So profitieren auch Unternehmer von Ein-Euro-Jobs
Der „Verlag für die Deutsche Wirtschaft e.G.“ wirbt für die Nutzung von Ein-Euro-Jobbern im Handwerk und preist die billige und sichere Personalbeschaffung sowie die fehlenden Arbeitnehmerrechte.
Unter der Überschrift „So profitieren Sie von den 1-Euro-Jobs“ hat der
Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG einen „Praxistip“ veröffentlicht, in
dem er den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern als billige Arbeitskräfte für
Handwerksbetriebe beschreibt. Leider ist der Artikel, der unter
http://www.vnrag.de/www.vnr.de/vnr/unternehmensaufbausicherung/management/praxistipp_17003.html
zu finden war, dort nicht mehr erreichbar.
Eingeleitet wurde dieser Artikel so:
„Gerade im Handwerk sind die 1-Euro-Jobs umstritten, befürchten doch viele
Meisterbetriebe eine ruinöse Konkurrenz durch die billigen Arbeitslosen.
Aber mit etwas Geschick können Sie durchaus mit Ihrem Handwerksbetrieb von
dieser arbeitsmarktpolitischen Neuerung profitieren.“
Im folgenden wird beschrieben, dass ein Auftrag nur einem "öffentliche Interesse" dienen müsse, um dafür Ein-Euro-Jobber benutzen zu können. Das wäre bei öffentlichen Auftraggebern immer gegeben. Ein-Euro-Jobber bekämen auch nur 1 - 1,50 Euro pro Stunde, maximal 120 Euro im Monat, der Handwerksbetrieb dafür 200 bis 500 Euro pro Monat von der Bundesagentur. "Wenn Sie klug wirtschaften, können Sie sogar noch ein Plus machen!"
Danach wird noch hervorgehoben, dass es „keine Arbeitnehmerrechte“ gibt
und es eine „billige und sichere Personalbeschaffung“ sei. Wörtlich: „Falls
Sie sich ohnehin mit dem Gedanken an eine Einstellung tragen, bieten Ihnen
1-Euro-Jobs hervorragende Möglichkeiten, ohne Kosten, wie z.B. für
Stellenanzeigen, an geeignete Mitarbeiter zu kommen, die Sie dazu noch
völlig ohne Risiko ausgiebig testen können.“
Geht es nach dem Verlag für die deutsche Wirtschaft, so werden in Zukunft Aufträge für die öffentliche Hand vermehrt von Ein-Euro-Jobbern erledigt. Renovierung von Schulen, Bau von Behörden oder vielleicht der nächste Ausbau einer Autobahn?
Wer sich einen Eindruck von diesem als „seriös“ geltenden Verlag verschaffen will, findet dessen Internetseiten unter http://www.vnrag.de.
Ein Dank geht an die Mitstreiterin, die uns auf die Veröffentlichung der Nachdenkseiten zu diesem „Tip“ aufmerksam gemacht hat.